Meine Geschichte

Ich bin ca. im Jahr 2000 geboren und ein staatlicher Maine-Coon-Mix Kater.

Die Maine-Coon-Hilfe hatte mich schon einige Zeit auf ihrer Homepage als Notfall stehen. Als es ganz schlimm wurde und mein Frauchen mich unbedingt loswerden wollte, wurde eilig nach einem Pflegeplatz für mich gesucht. Und so kam ich am 10.07.2007 zu meinem Pflegefrauchen Doris. Sie hat es mit mir in der ersten Zeit nicht einfach gehabt. Ich habe mich von niemanden anfassen lassen, und markiert habe ich auch noch reichlich. So wurde ich von der Haustierärztin an einem Augenspezialisten überwiesen. Dort musste man mich in Narkose legen, denn anders waren die Untersuchungen nicht möglich und die Tierärzte hatten wahrscheinlich auch Angst um ihre Finger!
Es wurde mir Blut abgenommen, Zahnstein entfernt, Ultraschall von den inneren Organen gemacht und meine Augen genauer untersucht. Der Urin wurde auch noch mit kontrolliert. Ich wurde sozusagen, vom Kopf bis zur Schwanzspitze durchgecheckt.
Es stellte sich heraus, dass ich komplett blind bin. Das Blutbild war auch nicht in Ordnung, so hatte ich zu wenig weiße Blutkörperchen. Der Ultraschall war, Gott sei Dank, ohne Befund. Die Struvitkristalle wurden schon bei der Haustierärztin festgestellt und ich bekam da ein extra Futter. Beim großen Checkup waren die immer noch da und so durfte ich das spezielle Futter noch etwas zu mir nehmen. Die festgestellte Zahnfleischentzündung wurde nun auch behandelt.


Mein Ex-Frauchen sagte von mir, dass ich extrem auf meine Bezugsperson fixiert bin. Und geschrien habe ich auch immer, da hat sie mich mit Gewalt festgehalten um mich ruhig zu bekommen. Alles angepinkelt habe ich auch, incl. die Beine meines Frauchens.

Nach ungefähr zwei Wochen habe ich mich ganz kurz anfassen lassen. Auf einmal habe ich gemerkt, dass Doris mich nicht weiter streichelt wenn ich es nicht mehr möchte. So fasste ich nach und nach Vertrauen. Und sie konnte mich nun, wenn auch nur kurz, auf den Arm nehmen. Bei der nächsten Blutabnahme ging es ganz ohne Beruhigungsspritze oder gar Narkose. Ach wie habe ich mich gefreut, als ich nach der Prozedur viel Lob und meine Lieblingsleckerchen bekommen habe. Das tat vielleicht gut!!
Von nun an ging es mir täglich besser und ich durfte endlich Katze sein. Mit Bachblüten wird noch meiner Markiererei zu Leibe gerückt. Es ist auch schon wesentlich besser geworden. Nur wenn ich stinkig bin, dann mach ich das mehr. Ich gehe dann vorsichtshalber immer in Deckung, nicht das mich ein Wasserstrahl aus dem Pflanzenbefeuchter trifft. Mein Pflegefrauchen ruft mich dann immer laut: Schweinchen Dickie oder Dickie du bist ein Schwein! Ich weiß auf jeden Fall: Jetzt habe ich Mist gebaut!
Zum Glück ist sie nie lange sauer und sie holt mir wieder eine Papierkugel zum Spielen. Meine Spielsachen trage ich gern spazieren und lege diese auch mal mitten in den Weg oder ins Bett!

Mit meinen tierischen Mitbewohnern komme ich auch klar. Es gibt bis auf gelegentliche kleine Meinungsverschiedenheiten keine Probleme. Wir feiern nachts auch schon mal eine Party. Doris muss nach dem Aufstehen zuerst die Überreste von Spielsachen, verteiltem Katzenstreu, usw. und manchmal auch die Futternäpfe aufsammeln.

Mitte November musste ich nochmals zur Blut- und Urinkontrolle. Und siehe da, die weißen Blutkörperchen waren von der Menge her O.K.. Beim Urin ist allerdings alles beim alten geblieben. Ich habe immer noch Struvitkristalle, die mir aber keine Beschwerden verursachen. Nun konnte ich auch ohne Probleme geimpft werden. Jetzt wird nur noch einmal im Jahr kontrolliert, wenn nichts auffälliges vorliegt.

Nun nach fast einem halbem Jahr habe ich wieder Freude an meinem Leben. Ich spiele gern, helfe bei der Hausarbeit insbesondere beim Betten machen und stiepize auch mal was vom Tisch. Am liebsten klaue ich allerdings das Futter aus einem geschlossenen Sack, den ich mit den Zähnen und Krallen solange bearbeite bis ein Loch darin ist! Und ich sage hier jedem, dass ich der Chef bin. Ich schlafe nun gern mit im Bett oder auf dem Sofa. Anfassen und herumtragen darf mich nur mein Pflegefrauchen. Es sei denn, ich habe mal extrem gute Laune (was allerdings selten vorkommt), dann dürfen mich mal auch Besucher kurz streicheln.

nach oben